Grundierung

Kreidegrund, Gipsgrund

In der Regel ein Gemisch aus tierischem Leim und einem weißen bis hellgrauen Füllstoff, meist Kreide oder Gips. Mögliche Zusätze sind Öl oder Bleiweiß, selten auch Ocker.

Oftmals in mehreren Schichten auf den Bildträger aufgetragen, dient die Grundierung zum Ausgleich von Unebenheiten, als Reflektor für darüber liegende Fassungs- und Malschichten sowie als Medium flacher, dreidimensionaler Gestaltungen oder Details. Die Schichtstärke der Grundierung ist abhängig von der Formsprache und der anschließenden Fasstechnik, so sind fein geschnitzte Haare an Skulpturen meist dünner grundiert als polimentvergoldete Bereiche. Nach dem Auftrag wird die Grundierung in der Regel geglättet.

Die Oberfläche kann zusätzlich verziert werden durch:

-Kreidegrundaufbau: freie plastische Modellierung mit Grundierungsmasse (Pastiglia)
-Plastische Modellierung durch in die Grundierung eingelegte Fremdmaterialien (Schnüre, Kordeln, Fäden, Textilien)
-Applikation von Prägemassen
-Abdrücke
-Kreidegrundabtrag bzw. Gravur

STRAUB 1984, S. 155ff.
TÅNGEBERG 1989, S. 57, 207-213.