Imprimitur

Die Imprimitur ist eine deutlich pigmentierte, nicht deckende, einfarbige Bindemittelschicht zwischen der Grundierung und der malerischen Farbschichten einer Tafelmalerei, mit welcher die weitere Gestaltung bewusst beeinflusst wird. Die Imprimitur bedeckt vollständig oder in Teilen die Bildfläche und wird meist nach Ausführung der Unterzeichnung aufgetragen.

Oftmals handelt es sich um eine vollflächige, ölhaltige dünne Bleiweißschicht oder eine streifige, bräunliche Lasur. Die Imprimitur hat eine isolierende Wirkung, dient zum Abschwächen der Vorzeichnung und als Reflektor (Bleiweiß) bzw. Mittelton (Ocker) für die spätere Malerei.

Aufgrund der nicht eindeutigen Definition einer Imprimitur wird in neuerer Forschung auch allgemein von einer pigmentierten Zwischenschicht gesprochen.

Eine lokale Unterlegung oder Untermalung ist dagegen eine partielle farbige Schicht, welche in direkter Abhängigkeit zu der darauf liegenden Malerei steht, etwa die graue Unterlegung einer Azuritfassung.

MAIRINGER 2003, S. 16ff.
STRAUB 1984, S. 167f.
von Baum/ Neuhoff/ von Saint-George/ Schaefer 2012, S. 49.